Verordnungspaket 2026: Weniger Bürokratie und mehr Handlungsspielraum für die Landwirtschaft

Medienmitteilung des Schweizer Bauernverbands vom 28. Oktober 2026

Das Verordnungspaket 2026 bringt praxistaugliche Vereinfachungen und administrative Entlastung für die Bauernbetriebe. Das ist aus Sicht des Schweizer Bauernverbands erfreulich. Unschön ist, dass weiterhin das dritte Quartil für den Einkommensvergleich mit den übrigen Sektoren herangezogen wird. 

Mit dem Verordnungspaket 2026 reduziert der Bund die administrativen Belastungen der Landwirtschaftsbetriebe und vergrössert ihren Handlungsspielraum. Für den Schweizer Bauernverband (SBV) ist dies ein wichtiger Schritt. Das Verordnungspaket bringt Vereinfachungen bei den ÖLN-Vorgaben, den Produktionssystemen, der Biodiversitätsförderung sowie bei den Anforderungen an Tierwohl und Kontrollen. Zudem erhalten die Betriebe mehr Zeit für die Umstellung auf die digitale Nährstoff- und Futterbilanz, die erst ab 2030 obligatorisch wird. Die Anpassungen sollen unnötigen Aufwand vermeiden und die Bewirtschaftung besser an die betrieblichen Gegebenheiten anpassen. Ein Beispiel ist die Aufhebung der Pflicht, auf jeder Parzelle Bodenuntersuchungen durchzuführen. Damit entfällt für die Betriebe ein Teil des bisherigen Aufwands. 

Entlastung weiterführen

Die Entlastung muss jedoch mit den geplanten Etappen beim Aktionsplan Kontrollen und mit der Weiterentwicklung des Direktzahlungssystems in der AP30+ konsequent weitergehen. Wichtig ist weiter, dass die Entlastungen nicht durch zusätzliche administrative Anforderungen an anderer Stelle wieder verloren gehen. Ziel ist eine praxistaugliche Agrarpolitik, die unternehmerischen Handlungsspielraum ermöglicht und die Leistungen der Landwirtschaft für Lebensmittelproduktion, Umwelt und Tierwohl berücksichtigt.

Offene Forderung beim vergleichbaren Einkommen

Die Forderung des SBV, dass für den Einkommensvergleich nicht mehr das 3. Quartil, sondern der Median verwendet wird, wurde auch von anderen Organisationen gefordert. Deshalb will der Bundesrat mit der Verordnungsanpassung noch zuwarten und den Entscheid zur hängigen Kommissionsmotion der WAK-N (26.3530) abwarten. Aus Sicht des SBV ist insbesondere der Median des landwirtschaftlichen Arbeitsverdienstes dem Medianlohn der erwerbstätigen Bevölkerung auf regionaler und gesamtschweizerischer Ebene gegenüberzustellen. Die zusätzliche Berücksichtigung des dritten Quartils als Vergleichsgrösse kann zu einer verzerrten Beurteilung der landwirtschaftlichen Einkommenssituation führen und gewährleistet keinen repräsentativen Vergleich mit anderen Branchen.

Darüber hinaus fordert der SBV, dass beim Einkommensvergleich auch die Stundenlöhne der Familienarbeitskräfte berücksichtigt werden, damit Unterschiede im geleisteten Arbeitseinsatz angemessen einbezogen werden.

Der SBV hält an diesen Forderungen fest und wird sich dafür einsetzen, dass sie bei künftigen Verordnungsanpassungen berücksichtigt werden.

Rückfragen

Michelle Schenk-Wyss

Leiterin Geschäftsbereich Agrarwirtschaft

Telefon 056 462 50 08
E-Mail michelle.schenk-wyss@sbv-usp.ch

Weitere Beiträge zum Thema

Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Die Landwirtschaft räumt auf!

21.09.18 | Am 14. und 15. September ist mit den nationalen Clean-up-Days wiederum Aufräumen und Sensibilisieren für eine korrekte Abfallentsorgung angesagt. Die Mitarbeitenden des Schweizer Bauernverbands und der Agrisano gingen heute mit gutem Beispiel voran. Denn Abfall in Wiesen und Weiden sind für die Bauernfamilien ein grosses Problem.

Mehr lesen
Marktkommentar Rindvieh billiger - Kälber teurer

21.09.18 | Bis Ende Juli wurde wurde 9,5% mehr Bankfleisch (von Muni, Rinder, Ochsen) als im gleichen Zeitraum des Vorjahres produziert. Die Produzentenpreise für grosses Bankvieh sanken im Vergleich zum Vorjahr. In den ersten 37 Wochen des laufenden Jahres galten die QM-T3-Muni im Schnitt Fr. 8.50 je kg Schlachtgewicht (SG) franko Schlachthof.

Mehr lesen
Standpunkte Ernährungssicherheit: Wortgetreue Umsetzung erwartet!

20.09.18 | Die Annahme des neuen Verfassungsartikels 104a zur Ernährungssicherheit ist bis anhin eine leere Hülse geblieben, obwohl sich rund 80 % des Stimmvolks dafür ausgesprochen haben. Im Rahmen der AP 2022+ erwarten wir nun vom Bundesrat eine wortgetreue Umsetzung dieses neuen Verfassungsartikels.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Die schönsten Blühstreifen des Landes sind erkoren

20.09.18 | Sie haben während des Sommers viele Schweizer Felder farbig geschmückt und Raum geboten für Nützlinge und Bestäuber: die Blühstreifen. Heute wurden die schönsten davon auf dem Hof der Familie Ramseyer in Schüpfen mit Preisen gekürt.

Mehr lesen
Standpunkte Der Bauernhof der Zukunft

20.09.18 | Die Technik wird uns viel, eintönige Arbeit abnehmen und unser Leben erleichtern. Aber sie wird auch Schatten werfen.

Mehr lesen
SBV-News SBV-News Nr. 37 (10.09. – 14.9.2018)

19.09.18 | Eine „Agrarpolitik mit Zukunft“ nennt Avenir Suisse ihr kürzlich veröffentlichtes Pamphlet zur Abschaffung der Schweizer Landwirtschaft. Das Papier strotzt nur so von absurden Behauptungen und unsinnigen Vorschlägen. Einerseits hebt Avenir Suisse die Etivaz-Käseproduktion als gut funktionierendes Beispiel hervor – einige Seiten später wollen sie die Verkäsungszulagen, Sömmerungsbeiträge, Strukturhilfen und Absatzförderungsmittel streichen. Diese radikalen Eingriffe wären wohl das Ende dieses beliebten Alpkäses – ganz zu schweigen vom Wegfall vieler Arbeitsplätze in der Region und der Verbuschung der Alpen. Wie lange will die Schweizer Wirtschaft noch eine Denkfabrik bezahlen, deren Ergebnisse nichts zur Lösungsfindung beitragen?

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Der Freiburger Yannick Etter ist der beste Schweizer Gemüsegärtner

15.09.18 | An den SwissSkills Bern 2018 setzte sich Yannick Etter aus Ried b. Kerzers FR am Finaltag durch und errang damit den Titel als Schweizer Meister im Beruf Gemüsegärtner. Platz zwei belegt Filip Luginbühl aus Kirchdorf BE, auf den dritten Podestplatz schaffte es Kevin Schwab aus Ins BE. Im Berufsfeld Gemüsebau gab es zudem Wettbewerbe in der Landwirtschaft und im Weinbau sowie den Pferdeberufen.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Der Bündner Johannes Meyer ist der beste Schweizer Landwirt

15.09.18 | An den SwissSkills Bern 2018 setzte sich Johannes Meyer aus Trimmis GR am Finaltag durch und errang damit den Titel als Schweizer Meister im Beruf Landwirt. Platz zwei belegt Adrian Zingg aus Diessbach BE, auf den dritten Podestplatz schaffte es Marc Blunier aus Mühlenberg BE. Im Berufsfeld Landwirtschaft gab es zudem Wettbewerbe im Gemüse- und Weinbau sowie den Pferdeberufen.

Mehr lesen