Hauptinhalt

Haarproben des K-Tipp sprechen für den Konsum einheimischer Lebensmittel

Medienmitteilung des Schweizer Bauernverbands vom 03. Juni 2019

Anfang Mai veröffentlichte der K-Tipp die Haaranalysen von 20 Testpersonen. Er fand darin neben anderen Stoffen auch Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Da neun von zehn der erwähnten Stoffe in der Schweiz nicht verwendet werden, kommen als Quelle vor allem importierte Rohstoffe und Lebensmittel in Frage.

Der K-Tipp hat die Haare von 20 Personen auf Schadstoffe untersuchen lassen. In den meisten Proben fand das Labor zwischen zehn und 20 Chemikalien. Das ist wenig erstaunlich, da moderne Untersuchungsmethoden heute auch kleinste Mikroverunreinigungen aufspüren. Gemäss dem Schweizerischen Zentrum für angewandte Humantoxikologie (scaht) ist für die Beurteilung des damit verbundenen Risikos für die menschliche Gesundheit die Schädlichkeit der einzelnen Stoffe und deren Menge entscheidend (Quelle). Dass der K-Tipp ohne Mengenangaben eine generelle Gesundheitsgefährdung ortete, sei deshalb nicht sachgerecht. Das scaht wertet es weiter positiv, dass das Speziallabor maximal 20 Stoffe fand. In den USA würden Labors in den Urinproben aus der Bevölkerung regelmässig über 300 chemische Substanzen herausfiltern.

Die in den Haaren der Schweizer Testpersonen gefundenen Pflanzenschutzmittel sind in neun von zehn Fällen in der einheimischen Landwirtschaft nicht zugelassen. Sie scheidet entsprechend als Quelle aus. Der erwähnte Stoff Sulfoquinoxalin kommt ebenfalls in keinem in der Schweiz zugelassenen Medikament der Veterinärmedizin vor. Die Belastung mit Stoffen aus der landwirtschaftlichen Produktion muss folglich in erster Linie aus importierten Waren stammen. Das passt zu den Daten der Lebensmittelkontrolleure: Die meisten Überschreitungen der Grenzwerte gibt es bei Lebensmitteln aus dem Ausland.

 

Link zum ganzen Kommentar des Schweizerischen Zentrums für angewandte Humantoxikologie (scaht):

https://www.scaht.org/sites/default/files/scaht_kommentar_k-tipp_haaranalysen_may_2019.pdf

Rückfragen

David Brugger

David Brugger

Leiter Geschäftsbereich Pflanzenbau

Belpstrasse 26, 3007 Bern
david.brugger@sbv-usp.ch
Departement Produktion, Märkte und Ökologie
Geschäftsbereich Pflanzenbau

Weitere Beiträge zum Thema

Medienmitteilungen
Parlament investiert in Forschung und Pflanzenzüchtung

10.12.19 | Auch der Ständerat möchte sechs zusätzliche Millionen für das Kompetenzzentrum Boden, die Pflanzenzüchtung und die Bioforschung einsetzen. Der Schweizer Bauernverband begrüsst diese Entscheide.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Erfreulicher Kommissionsentscheid

08.10.19 | Die Mitglieder der Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrats (WAK-N) unterstützen im Zusammenhang mit den beiden Initiativen «Sauberes Trinkwasser» und «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» eine parlamentarische Initiative ihrer ständerätlichen Schwesterkommission: Diese schlägt vor, einen Absenkpfad mit Zielwerten für das Risiko beim Einsatz von Pestiziden gesetzlich zu verankern. Der Schweizer Bauernverband (SBV) befürwortet diesen Weg ebenfalls. Die parlamentarische Initiative stärkt so den Nationalen Aktionsplan Pflanzenschutzmittel. Für den SBV sind damit die Voraussetzungen geschaffen, damit der Ständerat die Beratung zur Trinkwasser- und zur Pestizidverbots-Initiative nun ohne zeitliche Verzögerung weiterführen kann.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Vernünftiger Entscheid des Nationalrats

20.06.19 | Der Nationalrat lehnt die Trinkwasserinitiative und die Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide ab. Auch Gegenvorschläge oder eine Rückweisung an die Kommission fanden keine Mehrheit. Damit bestätigt der Nationalrat die Einschätzung der vorberatenden Kommission und des Bundesrats. Der Schweizer Bauernverband erachtet die Entscheide als richtig. Sie stärken die zahlreichen, bereits aufgegleisten Massnahmen zugunsten einer noch umweltfreundlicheren Landwirtschaft.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Studie des Bundes bestätigt: Trinkwasserinitiative ist kontraproduktiv

13.06.19 | Der Schweizer Bauernverband ist über die heute veröffentlichte Studie der Agroscope zu den Auswirkungen der Trinkwasserinitiative nicht erstaunt. Die gerechneten Szenarien bestätigen, dass die gewünschte Wirkung nicht erzielt wird, sondern vielmehr das Gegenteil.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Umfrage im Hinblick auf kommende Dürreperioden

05.06.19 | Das Jahr 2018 war extrem trocken und verursachte auf zahlreichen Betrieben Probleme und/oder Zusatzaufwendungen für die Bewässerung. Um im Hinblick auf künftige Dürreperioden einen besseren Überblick über das Ausmass dieser Probleme zu erhalten und geeignete Massnahmen zu planen, führt der Schweizer Bauernverband (SBV) aktuell eine online-Umfrage bei den Bauernfamilien durch. Er fordert alle auf, sich kurz Zeit zu nehmen und daran teilzunehmen. Es gibt zwei getrennte Umfragen: Eine richtet sich an alle Landwirtschaftsbetriebe, die andere speziell an Sömmerungsbetriebe.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Verzicht auf problematische Pflanzenschutzmittel

04.06.19 | Der Schweizer Bauernverband propagiert den Verzicht auf vier Wirkstoffe, die am häufigsten im Grundwasser gefunden werden. Diese überschreiten den Anforderungswert in den seltensten Fällen, so dass das Wasser sowieso bedenkenlos geniessbar ist.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Aufruf zum Verzicht auf vier ausgewählte Wirkstoffe

04.06.19 | Damit das Trinkwasser noch sauberer wird, fordert der Schweizer Bauernverband die Landwirtschaftsbetriebe auf, den Einsatz der Wirkstoffe Bentazon, Chloridazon, Fluopicolid und S-Metolachlor zu vermeiden. Speziell in der Grundwasserschutzzone 3 soll es gar keine Anwendung mehr geben.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Haarproben des K-Tipp sprechen für den Konsum einheimischer Lebensmittel

03.06.19 | Anfang Mai veröffentlichte der K-Tipp die Haaranalysen von 20 Testpersonen. Er fand darin neben anderen Stoffen auch Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Da neun von zehn der erwähnten Stoffe in der Schweiz nicht verwendet werden, kommen als Quelle vor allem im-portierte Rohstoffe und Lebensmittel in Frage.

Mehr lesen