Winterfütterung startet: Agrarkunststoffe sammeln und Ressourcen schonen

Medienmitteilung des Schweizer Bauernverbands und ERDE Schweiz vom 27. Oktober 2026

Mit der Winterfütterung und dem Einsatz der Futtervorräte fallen gebrauchte Silage- und Stretchfolien sowie weitere Agrarkunststoffe an. Doch wohin damit? Statt diese über die Kehrichtverbrennung zu entsorgen, können Landwirtinnen und Landwirte die Agrarkunststoffe getrennt sammeln und bei einer ERDE-Sammelstelle zum Recycling abgeben. Trotz der angespannten Lage auf dem europäischen Recyclingmarkt lohnt sich das weiterhin: Die Wiederverwertung schont wertvolle Ressourcen und die Abgabe ist vielerorts günstiger als die Kehrichtverbrennung.

Beim Öffnen von Siloballen bleiben neben den gebrauchten Folien auch Netze und Garne zurück. Für die Abgabe stehen schweizweit rund 122 ERDE-Sammelstellen zur Verfügung. Im vierten Sammeljahr 2025 sammelte ERDE Schweiz rund 2’660 Tonnen Agrarkunststoffe und führte die Silo- und Stretchfolien dem Recycling zu.

Wertvolle Rohstoffe im Kreislauf halten

Gebrauchte Silofolien sind wertvolle Rohstoffe, die durch das Recycling zu neuen Kunststoffprodukten verarbeitet werden. Die gesammelten Agrarkunststoffe werden in der Schweiz und in weiteren Anlagen in der EU verwertet. Ein unabhängiger Prüfer kontrolliert den Sammel- und Recyclingprozess und bestätigt die stoffliche Verwertung der gesammelten Kunststoffe.

Durch das Recycling werden natürliche Ressourcen geschont und CO₂-Emissionen eingespart. Allein 2025 konnten durch das Recycling und den erneuten Einsatz der gesammelten Kunststoffe rund 1’425 Tonnen CO₂ eingespart werden. 

So funktioniert die Sammlung

Damit die gebrauchten Agrarkunststoffe möglichst effizient recycelt werden können, ist eine saubere und getrennte Sammlung entscheidend. Silage- und Stretchfolien sowie Netze und Garne sollten bereits auf dem Betrieb voneinander getrennt und möglichst frei von Fremdstoffen gesammelt werden. Dafür eignen sich beispielsweise BigBags, Container, Paloxen oder die Sammelsäcke von ERDE Schweiz. Für die separate Sammlung von Netzen und Garnen stellt ERDE Schweiz kostenlose Sammelsäcke zur Verfügung.

Die gesammelten Materialien können bei den ERDE-Sammelstellen abgegeben werden. Eine Übersicht der Sammelstellen ist online verfügbar. Ist die nächste Sammelstelle zu weit entfernt, besteht auch die Möglichkeit, selbst eine Sammelstelle zu eröffnen. Davon profitieren auch umliegende Landwirtschaftsbetriebe durch kürzere Transportwege. Die Sammelstellen legen ihre Sammeltage selbst fest und informieren die Betriebe in der Umgebung darüber.

Recycling trotz schwieriger Marktsituation sinnvoll

Der europäische Recyclingmarkt steht derzeit vor Herausforderungen: Begrenzte Recyclingkapazitäten für Agrarkunststoffe und eine schwache Nachfrage nach Recyclingkunststoffen erschweren die Verwertung. Dadurch steigt der Kostendruck, was sich auch auf die Abgabepreise für Landwirtinnen und Landwirte auswirken kann. 

Gerade unter diesen Bedingungen bleibt die getrennte Sammlung wichtig, damit die gebrauchten Kunststoffe sortenrein und in hoher Qualität für das Recycling zur Verfügung stehen. ERDE Schweiz arbeitet deshalb gemeinsam mit seinen Partnern daran, zusätzliche Verwertungswege zu erschliessen und die bestehenden Sammelstrukturen zu erhalten. Trotz der angespannten Marktsituation bleibt die Abgabe bei einer ERDE-Sammelstelle in der Regel günstiger als die Entsorgung über die Kehrichtverbrennung. Die tatsächlichen Kosten hängen von der jeweiligen Sammelstelle und ihrer Organisation und Transportwegen ab.

Jede gesammelte Folie zählt

In der Schweiz wird derzeit erst rund ein Viertel der gebrauchten Silofolien recycelt. Das Potenzial ist somit weiterhin gross. Gerade unter den aktuellen Marktbedingungen ist es wichtig, die Sammlung konsequent weiterzuführen. Denn jede gesammelte Folie trägt dazu bei, wertvolle Rohstoffe im Kreislauf zu halten und die Kreislaufwirtschaft in der Schweizer Landwirtschaft zu stärken.

Weitere Informationen über ERDE Schweiz  

ERDE Schweiz ist ein Rücknahme- und Recyclingsystem für Siloballenfolien, Netze und Garne in der Schweiz, das aktiv zu nachhaltiger Agrarwirtschaft in der Futtermittelproduktion beiträgt. Der unabhängige Verein ERDE Schweiz ist zusammengesetzt aus Herstellern, Händlern, Entsorgern und Partnerverbänden. Als Systembetreiber kooperiert die RIGK GmbH mit ERDE Schweiz und übernimmt die Akquise und Vertragsabwicklung sowie die Unterstützung bei den Sammlungen durch Tipps und Tricks.
www.erde-schweiz.ch

Bildmaterial

Download weiterer Bilder: Medien

Kontakte für Rückfragen:

Kurt Röschli, Präsident, +41 62 834 00 67, k.roeschli@erde-schweiz.ch 
Carina Nijsen, Leiterin Geschäftsstelle, +41 62 834 00 66, c.nijsen@erde-schweiz.ch 
Debora Rondinelli, Kommunikation, +41 62 834 00 65, d.rondinelli@erde-schweiz.ch 
Hannah von Ballmoos-Hofer, Co-Leiterin Energie & Umwelt Schweizer Bauernverband, +41 56 462 50 06, hannah.vonballmoos@sbv-usp.ch

ERDE-Sammelpartner werden:

Anne Biehl, Ansprechpartnerin von unserem Systembetreiber RIGK, +49 611 308600-56, biehl@rigk.de

Weitere Beiträge zum Thema

Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Stimmvolk verpasst die Chance für ein fortschrittliches Jagdgesetz

27.09.20 | Mit 51.9 Prozent Nein-Stimmen hat das Schweizer Volk sehr knapp die Revision des 34 Jahre alten Jagdgesetzes abgelehnt. Mit diesem Entscheid hat es die Stimmbevölkerung heute verpasst, den Tier- und Artenschutz zu stärken und klare Regeln für das Nebeneinander von Wolf und Nutztieren zu setzen. JagdSchweiz, der Schweizer Bauernverband und die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete bedauern das Abstimmungsergebnis. Sie erachten dieses auch als Folge der millionenschweren Kampagne der Gegnerschaft. Ein fortschrittliches Jagdgesetz rückt nun in weite Ferne.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Veto zum Schleppschlauch-Obligatorium

24.09.20 | Die Mitglieder der Landwirtschaftskammer des Schweizer Bauernverbands diskutierten die Entscheide des Ständerats bezüglich Agrarpolitik 22+, der parlamentarischen Initiative und der Ablehnung der beiden nächstes Jahr anstehenden extremen Agrarinitiativen. Sie fassten zudem die Parolen für die Abstimmungen im November und hörten die vier Kandidaten für das Vizepräsidium an.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen IP-SUISSE und «vomhof.ch» spannen zusammen!

22.09.20 | Der Schweizer Bauernverband forciert landwirtschaftsinterne Partnerschaften, um Synergien in der gesamten Branche optimal zu nutzen und gegen aussen einen Mehrwert zu bieten. Neu ist auch IP-SUISSE mit an Bord. Die Labelorganisation beschloss diesen Sommer, die nationale Plattform «vomhof.ch» aktiv zu unterstützen und sie gegenüber ihren Mitgliedern zu pushen. Über 600 IP-SUISSE Betriebe machen bereits mit. Jetzt anmelden auf www.bauernportal.ch!

Mehr lesen
SBV-News SBV-News Nr. 38 (14. – 18.9.2020)

21.09.20 | Diese Woche geht ein denkwürdiger Abstimmungskampf zu Ende. Wer hätte noch im Sommer gedacht, dass angesichts von gewichtigen Vorlagen wie der Begrenzungsinitiative oder der Kampfjetbeschaffung, plötzlich das Jagdgesetz im Hauptfokus steht. Der absehbare klare Ausgang der anderen Vorlagen sowie eine beispielslose, millionenschwere Kampagne der Gegner und die Emotionalität des Themas haben dem Jagdgesetz eine grosse Beachtung verschafft. Es ist legitim grosse Summen an Geld für eine Kampagne einzusetzen. Weniger vornehm ist es, die Mittel für Irreführung und falsche Behauptungen einzusetzen, wie es das gegnerische Komitee machte. Es ist zu hoffen, dass solches Gebaren durch die Stimmbürger nicht belohnt wird.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Landwirtschaftskammer unterstützt Sistierung der Agrarpolitik 22+

21.09.20 | Die Mitglieder der Landwirtschaftskammer des Schweizer Bauernverbands diskutierten die Entscheide des Ständerats bezüglich Agrarpolitik 22+, der parlamentarischen Initiative und der Ablehnung der beiden nächstes Jahr anstehenden extremen Agrarinitiativen. Sie fassten zudem die Parolen für die Abstimmungen im November und hörten die vier Kandidaten für das Vizepräsidium an.

Mehr lesen
Marktkommentar «Wir sind dankbar und glücklich»

18.09.20 | 2020 wird ein gutes Jahr für alle Schweineproduzenten und so soll es weiter sein», zieht der stellver-tretende Geschäftsführer von Suisseporcs, Adrian Schütz, Bilanz über die ersten sieben Monate des Jahres. Im August gab es keinen Preiseinbruch wie in den Vorjahren. Nach Jahren mit Konsumrück-gang stabilisiert sich der Konsum.

Mehr lesen
Medienmitteilungen
Medienmitteilungen Gleich lange Spiesse für Schweizer Zucker

17.09.20 | Die Zuckerrüben sind dieses Jahr stark von der virösen Vergilbung befallen und es drohen massive Ertragsverluste. Nach dem Neonicotinoidverbot 2019 sind die Pflanzen nicht mehr systemischen, das heisst während mehreren Wochen, vor oberirdischen Schädlingen geschützt und die durch Blattläuse übertragene viröse Vergilbung breitet sich stark aus. Deshalb haben zahlreiche EU-Länder Notzulassungen für neonicotinoidhaltige Pflanzenschutzmittel erlassen. Die Schweizer Zuckerrübenpflanzer fordern nun eine Gleichbehandlung. Sei es durch einen Einfuhrstopp für Zucker aus Ländern mit in der Schweiz nicht bewilligten Pflanzenschutzmitteln oder eine befristete Zulassung von neonicotinoidhalten Beizmitteln. Die Zeit soll genutzt werden, resistente Sorten und biologische Bekämpfungsstrategien zu finden.

Mehr lesen
SBV-News SBV-News Nr. 37 (7. – 11.9.2020)

14.09.20 | Der Vorstand befasste sich mit dem Stand der Beratung zur AP22+ und den entsprechenden Kommissionsentscheiden, dem Stand der Arbeiten bezüglich der Abstimmungen über die Trinkwasser- und Pestizidfrei-Initiative sowie den eingereichten Doppelinitiativen Biodiversität und Landschaft. Weiter diskutierte er die den Themen der eidgenössischen Abstimmungen von Ende November und das Referendum gegen das Freihandelsabkommen mit Indonesien. Die Parolen für Volksabstimmungen fasst die Landwirtschaftskammer. Schliesslich informierte er sich über die geplante neue Markenstrategie «Schweizer Bauern» und nahm verschiedene Wahlen vor.

Mehr lesen